VIII. Symposium 2015 - Kausalität: Die Frage nach dem Wie, Warum und Wozu in Wissenschaften und Gesellschaft

„Kausalität“ ist ein zentrales Konzept im Verständnis von Wissenschaft: Wissenschaften erforschen ihre Gegenstände und untersuchen dabei Ursachen und Gründe. Eine stark wissens- und wissenschaftsbasierte Gesellschaft sucht bei den Wissenschaften Ansätze für die Lösung gesellschaftlicher Aufgaben und Probleme und fragt dabei ebenfalls nach kausalen Zusammenhängen, auch bei dem zu diskutierenden Anwendungsbeispiel „Gewaltbereitschaft und Gewaltbekämpfung“.

 

  • Welche kausalen Zusammenhänge führen zu unerwünschten, schädlichen oder erwünschten, nützlichen Wirkungen?

  • Wie könnte gesellschaftlich (politisch, gesetzlich, juristisch, ökonomisch, pädagogisch) gehandelt werden, um mit hinreichend hoher Erwartbarkeit Schädliches zu vermeiden oder zu überwinden sowie Nützliches zu ermöglichen oder gar herbeizuführen?

  

Wenn Wissenschaftler/innen auf solche Fragen Antworten bereitstellen, dann muss möglichst große Klarheit über das gegenseitige Verständnis des verwendeten Begriffs Kausalität hergestellt werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Also: 

  • Welches Verständnis von Kausalität liegt den jeweiligen gesellschaftlichen Fragestellungen zugrunde? Und:

  • Welches Verständnis von Kausalität liegt den wissenschaftlichen Fragestellungen und möglichen Antworten zugrunde?

  

Die Vorträge und Diskussionen des Symposiums behandeln  

  1. verschiedene Verständnisse von „Kausalität“ in den Wissenschaften und richten sich dabei auf einen differenzierten Aufriss der Unterschiede in den wissenschaftlichen Methodiken

  2. eine gesellschaftliche Fragestellung, die in drei von sieben Vorträgen und zwei von drei thematischen Workshops als konkretes Anwendungsbeispiel dient, um exemplarisch die dabei relevanten Verständnisse von Kausalität im Schnittbereich von wissenschaftlichen Erkenntnissen und gesellschaftlichen Problemlösungen zu prüfen: Gewaltbereitschaft und Gewaltbekämpfung.

 

Dieses Anwendungsbeispiel greift einen an der Universität Regensburg transdisziplinär breit besetzten Themenverbund in der Forschung auf: „Gewalt und Aggression in Natur und Kultur“ (http://www.uni-regensburg.de/forschung/gewalt-und-aggression/index.html).

Dabei sind weltanschauliche Aspekte, die in die gesellschaftliche Diskussion solcher Themen einfließen, ebenso zu berücksichtigen wie mögliche Missverständnisse im Transfer von gesellschaftlichen Fragestellungen in die Wissenschaften und von wissenschaftlichen Erkenntnissen in die Gesellschaft.

  

Allgemeine Leitfragen: 

  • Wie wird „Kausalität“ in der einzelnen Wissenschaft bzw. dem einzelnen Spezialgebiet verstanden? Welche Rolle spielen in der einzelnen Wissenschaft Hypothesen über die „Kausalität“ und welchen Anspruch auf „Wahrheit“ haben sie?

  • Gibt es in einem Spezialgebiet Schwierigkeiten, einen kausalen Zusammenhang zu erfassen?

  • Ist das Konzept „Kausalität“ die einzige Möglichkeit, Zusammenhänge zwischen Erscheinungen wissenschaftlich zu erfassen?

      

Leitfragen zum gesellschaftlichen Anwendungsbeispiel:  

  • Lässt sich Gewaltbereitschaft: 

  1. nachweisen

  2. kausal oder auf andere Weise erklären

  3. durch Setzen von neuen „causae“ bekämpfen oder überwinden?

Was können die einzelnen Wissenschaften zu einem vertieften und differenzierten Verständnis von „Kausalität“ in gesellschaftlichen Zusammenhängen beitragen?

Die Symposien wenden sich an Studierende, Doktoranden,
Wissenschaftlich Tätige und Interessierte aus allen Fach-
richtungen, die in gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen
an einem Dialog zwischen (natur)wissenschaftlich und welt-
anschaulich unterschiedlich geprägten Diskussionspartnern
beteiligt sind oder mitarbeiten möchten.

 

The Symposium is directed at students, doctoral students, individuals working in the sciences and those people from all fields of study who are interested in the topics of the symposium. This includes those who participate in or would like to collaborate on a dialogue between the (natural) sciences and partners with various worldviews as it relates to societal decision making processes

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